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Hear and Now Podcast 013: Impromusiker Camp 2016

Ein kleines Resümee zum 2. Impromusiker Camp in Darmstadt, das im Mai diesen Jahres stattfand. Des Weiteren findet Ihr die Mitschnitte der Diskussionen vom Camp auf dieser Seite zum Nachhören.

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Hear and Now Podcast 012: Romantic Comedy

In der 12. Folge habe ich mich dem Thema “Romantic Comedy” und seiner musikalischen Gestaltung gewidmet. Bezug nehme ich auf meinen Blogartikel “Spontan verliebt – Gedanken zu Romantic Comedy”, in dem ich das Thema von der Schauspielseite beleuchtet habe.

Der letzte Podcast ist schon sehr lange her. Ich gelobe Besserung. Aber da ich meinen Lebensmittelpunkt etwas aus Berlin heraus verlagert habe, hatten andere Dinge leider Vorrang.

PS: Diesmal mit doppelten Anfangsjingle. Fragt nicht warum…?!

Links:

Klubhaus Lüchfeld
impromusiker.com
dingsDA – Improfestival & Musikercamp Darmstadt 05.-07. Mai 2016

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Inspiriere Dich selbst

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Für die eigene Inspiration stelle ich mir eigene kleine Aufgaben, die ich versuche in der Improvisation als Musiker zu erfüllen:

  • gehe gegen Dein inneres Tempo – spiele bewusst schneller oder viel langsamer
  • nutze eine Klangfarbe, die du noch nie genutzt hast
  • lass die Szene beginnen, setze erst spät ein mit der Musik
  • spiele nur eine Melodie, keine Akkorde
  • spiele nur Akkorde, keine Melodie
  • spiele ungerade Rhythmen
  • nimm Dir ein Musikgenre zur Inspiration, dass du sonst selten hörst
  • spiele in einer Tonart, die Du sonst nur selten nutzt
  • moduliere in mindestens eine andere Tonart
  • spiele Rhythmusinstrumente als Szenenbegleitung
  • spiele nur wenige einzelne Töne in der Szene

Diese Liste könnte ich ewig fortsetzen. Welche Aufgaben stellst Du dir? Ich freue mich über Kommentare und Vorschläge.

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Gender im Workshop

gender1In einem meiner letzten Workshops wurde ich von einer Teilnehmerin darauf hingewiesen, dass doch bitte in meinen Arbeitsanweisungen die weibliche Form nutzen solle. Ich stutzte kurz und überlegte, wie ich meine Anweisungen an die Anwesenden gegeben hatte. Mir fiel auf, dass ich nicht darüber nachdenke und die männliche Form nutze. Ich achtete fortan, dass ich die Genderform so gut es ging, einhielt.

An diesem Workshop nahmen insgesamt 10 Frauen teil. Es gab keinen männlichen Teilnehmer. :-\

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Workshop Wochenende für Impromusiker

Am 7. und 8. November gebe ich einen Wochenend Workshop bei mir im Klubhaus Lüchfeld, auf halben Wege zwischen Berlin und Hamburg, speziell für Musiker, die mit Improtheater arbeiten (wollen). Inhalte sind unter anderem:

  • Zusammenspiel bei improvisierten Liedern und Songs, v.a. in Bezug auf gegenseitige Impulse (z.B. für Zwischenspiele und Übergänge von Formteilen)
  • aussagekräftige Songintros gestalten, Ende von Liedern einleiten
  • Möglichkeiten der Unterstützung bei der Melodiefindung für die Sänger
  • beliebte Musikgenres begleiten
  • Möglichkeiten der Übertragung klavieruntypischer Stile wie z.B. Hip-Hop und Techno auf das Klavier
  • Erweiterung des Repertoires an atmosphärischen Mitteln
  • Improtheatermusik als eigenständige Rolle auf der Bühne (in dem Sinne, dass die Musik z.B. aktiv die Handlung mitgestaltet, also agiert und nicht nur reagiert
  • Zusammenspiel mit mehreren Impromusikern
  • Tipps zum Üben und für die Spielpraxis
  • uvm.

Klubhaus Lüchfeld

Teilnehmer können vorab Ihre Wünsche mitteilen. Im Workshop wird so gut es geht, darauf eingegangen. Der Workshop findet inkl. Pausen am Samstag von 11-18 Uhr und Sonntag von 11-13 Uhr statt. Samstag abend kann noch gemeinsam gejammt werden. Übernachtungsmöglichkeiten gibt es in der näheren Umgebung. Ein Shuttle vom Bahnhof bzw. zur Übernachtungsmöglichkeit kann gestellt werden. Eine Verpflegung auf Wunsch über die Zeit des Workshops kostet 20 Euro pro Person.

Das Wochenende kostet 120 Euro ermäßigt 100 Euro inkl. 19% MwSt.
Anmeldungen sind möglich unter improworkshop.com

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Illustration: Tom Simpson

Spontan verliebt – Gedanken zu Romantic Comedy

Photo: Roberto Trombetta

Photo: Roberto Trombetta

Fragt man das Impropublikum nach Genres kommen natürlich die üblichen Verdächtigen, wie Horror, Western, Krimi – wohl die Prototypen, die mit “Genre” assoziiert werden. Manchmal fällt jedoch Komödie und Romanze. Ein Filmgenre, dass irgendwie nicht aus der Mode kommt seit Jahren ist die Kombination aus beidem: die romantische Komödie, im Englischen Romantic Comedy oder kurz RomCom in Fachkreisen genannt. Ich möchte einmal versuchen dieses Genre zu umreißen.

Worum geht es in der Romantic Comedy?

Photo: Maura Teague

Photo: Maura Teague

Im Grunde ist es ein Genre, in dem eine klassische Liebesgeschichte erzählt wird. Der Umgang mit dem Verliebtsein, jemanden hinterher laufen, die Aufregung der Liebe, das alles gepaart mit Slapstick und Witz. Teilweise sind die Hauptcharaktere von sich aus schon skurril oder witzig, manchmal sind es eben die Nebenrollen, die das ganze bunt malen. Dabei erzählen alle Geschichten eine Essenz: Die Liebe siegt, auch wenn ihr (witzige) Steine in den Weg gelegt werden. Das Genre lebt vom Überzeichnen bis ins Comic-hafte und und den ruhigen Momenten, in denen Tiefe erzeugt und die Romantik in den Mittelpunkt gerückt wird. Nun könnte man fast meinen, dass Improtheater ja sowieso schon Komödie ist. Das stimmt auch zum Teil, nur kommt es hier auf den richtigen Umgang mit den ernsten Gefühlen an. Bekommt die Story zuviel Tiefgang und wird das Drama zu ernst genommen und nicht ins Unermessliche gesteigert, haben wir schnell ein schweres Liebesdrama, keine Komödie mehr. “Die Liebe wird siegen” steht über allem. Alles, was tragisch oder dramatisch ist, wird gesteigert, das Tempo angezogen und so kommt das Komödienhafte ganz von allein. Der Tempowechsel ist dabei entscheident. Alles witzige hat dabei meist ein rasantes Tempo oder wird dahin beschleunigt, die Liebe ist ruhige, träumerische Romanze mit Ausblick auf ein romantisches Liebesideal mit allem, was dazu gehört. Beziehungen sind in diesem Genre das Entscheidende. Alles baut auf große Kontraste, Überhöhung und Beziehung. Kommt ein Protagonist eher ruhig, normal und angenehm daher, wird seine Familie schrill, laut und nervig sein. Eine Aufgabe, die er zu bewältigen hat und woraus wieder Witz entsteht. Die Liebespaare können bereits zusammen sein und eine neue Seite an sich entdecken (ihre wahre Liebe wird bestätigt) oder sogar Feinde können am Ende in einander verliebt sein und heiraten. Sie entdecken Gemeinsamkeiten. Eine Gemeinsamkeit kann die Überschrift über das ganze improvisierte Stück sein, wie z.B. beide sind schüchtern oder erfolgreich. Es wird sich in der Moral immer auch um dieses gemeinsame Thema drehen. Neben dem finden der ewigen romantischen Liebe, die auch nur bis zur Hochzeit erzählt wird. Alles gern mit einer großen LKW-Ladung kitsch überzogen. Selbst Rivalen und Gegenspieler werden in diesem Genre am Ende applaudieren bei der Hochzeit. Alles ist schön und das Happy End riesengroß.

Ein Auf und Ab der Gefühle

Photo: VIncent Tsul

Photo: VIncent Tsul

Dabei funktionieren Geschichten in der Romantic Comedy oft nach einem Sinuswellenprinzip. Die Steigerung von Drama bis ins Comic-hafte und übertriebene bedient immer die witzige Seite des Genres. Im Tal der Wellenbewegung geht es um Romantik, tiefe Liebe und Gefühl, das jedoch schnell wieder abgewechselt wird durch ein Hoch an Drama und Tempo. Dabei darf man als Improspieler kein Klischee scheuen und sich nie zu kitschig vorkommen. Es ist das, was wir sehen wollen in diesem Genre! Kein Heavy German Theater und keine Tragödie! Dennoch geht es um die Themen “sich verlieben”, “Gesehen werden”, “Trennung und Wiederfinden”, “Heiratet sie wirklich den anderen oder doch noch mich?”, “Wie kann man zusammen kommen?”. Natürlich kannst Du so eine Geschichte auch tragisch enden lassen. Aber erstens macht es weniger Spaß beim Spielen und zweitens: frag doch mal das Publikum! In 9 von 10 Fällen will es das Happy End.

Ausstattung des Genres

Illustration: Frits Ahlefeldt-Laurvig

Illustration:
Frits Ahlefeldt-Laurvig

Die Nebenfiguren sind sehr überzeichnet und könnten einem Zeichentrick entstammen. Sie machen oft auch den Humor aus, wenn die Protagonisten eher “normal” sind und die Liebesgeschichte darstellen. Überall können solche Geschichten spielen. Ob in New York City, einem Flughafen, Kreuzschiff oder Bahnhof. Überall, wo sich Menschen begegnen können. Auch kann eine Hälfte des Liebespaars neu sein in der Gegend und braucht natürlich Unterstützung, was sie am Anfang nie zugeben würde… Du merkst, in welche Richtung es geht. Klingt kitschig? Gewöhn’ dich dran! Eine verbindenes Element zwischen den Liebenden oder zukünftigen ist keine schlechte Idee. Ob der Job, Schokolade oder ein Urlaubsort. Es bringt beide näher an ein gemeinsames Thema, auf das Du beim Improvisieren immer wieder zurück kommen kannst. Auch ist es möglich die Gegenspieler als Pärchen aus der anderen Sphäre zu zeigen. Sozusagen die dunkle Seite. Viele Ähnlichkeiten sind erkennbar, aber daran möchte das Liebespaar nicht glauben und kämpft natürlich dagegen, zu werden, wie diese schrecklichen Smiths. Die Charaktere können dabei gern überzeichnet und müssen nicht unbedingt völlig normal sein.

“Mach es groß” – Kleine Aufgaben

Das Genre lebt von den Kontrasten. In den Orten, Themen, Beziehung, Figuren, fast allem. Denn große Kontraste ermöglichen den großen Konflikt. Und den kannst du eben steigern, so groß du kannst. “Mach es groß” ist die Devise! Egal was, ob nun Deine Figur oder Dein Problem. Aber vor allem Deine Romantik!

Eine tolle Herangehensweise in Improszenen lernte ich letztens von Isolde Fischer (Drama Light, Mannheim). Improspieler erzählen sich vor der Show wahre, erlebte kleine Anekdoten gegenseitig. Jeder tauscht die Geschichten und merkt sich die des anderen. Im Laufe der Show sucht Ihr euch einen Punkt aus, an dem ihr die Geschichte Eures Mitspielers einfach erzählt aus der Figur heraus. Entweder eins zu eins oder frei interpretiert. Das ist ein großer Spaß für den, der die Story erlebt hat und es verleiht Deiner Figur eine gewisse Tiefe. Man kann sehr viel in solche Geschichten rein interpretieren. Und sei es mit den Endworten “Denk’ mal drüber nach!”. Das Publikum weiß nichts von Eurem Geschichtentausch. Probiert’s aus!

Eine weitere schöne Technik von Isolde ist das “Jammer Taxi”. Fast kein US-amerikanischer Film kommt ohne Taxifahrt aus. Ein unbeteiligter Taxifahrer bekommt den Protagonisten als Fahrgast. Der schüttet dem armen Mann sofort sein Herz aus und klärt so noch einmal die Verhältnisse in der Geschichte. Als Zusammenfassung oder offenes Brainstorming. Der Taxifahrer kann natürlich auch Tipps und Hinweise geben. Eine nette kleine Zwischenszene, die Dir als Spieler, Deinen Mitspielern und dem Publikum helfen kann.

Musik in der Romantic Comedy

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Dafür bedarf es eigentlich einer neuen Folge des Hear and Now Podcasts zu dem Thema. Den werde ich noch nachliefern. Der sei hiermit nachgeliefert. Kurz beschrieben geht es musikalisch um einerseits romantische Musik mit Piano bis Streichern, aber auch fast Mickey Mousing-like Komödienmusik. Von gezupften Streichern bis neckischen chromatischen Spielerein kann alles dabei sein. Auch die böse Gegenspielerin darf gern klischeehaft musikalisch überzeichnet werden. Dazu dann mehr in meinem Musikpodcast.

Beispiele für Filme des Genres

Verrückt nach Marry
Harry und Sally
Notting Hill
Liebe braucht keine Ferien
Tatsächlich Liebe
Terminal
Vier Hochzeiten und ein Todesfall
10 Dinge, die ich an Dir hasse
50 erste Dates
Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück
Pretty Woman
Hitch – Der Datedoktor
Er steht einfach nicht auf DichZusammen ist man weniger allein
Anonyme Romantiker

Eine lange Liste gibt es hier.

Ich hoffe, ich konnte Dir eine kleine Einführung in das Genre Romantic Comedy geben. Ich freue mich über Deine Kommentare, Likes und Teilungen!

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luechfeld

Willkommen in der Prignitz

logo Es ist schon peinlich lange her, als ich den letzten Blogartikel hier schrieb. Ich war jedoch nicht untätig oder schreibfaul, sondern nur mit Lebensplanung beschäftigt. Ich habe zusammen mit meiner Frau und der tierischen Bande den Gang nach Brandenburg gewagt. 10 Jahre Berlin sind nun also Geschichte für mich. Aber nicht ganz. Uns verschlug es in ein kleines Dörfchen namens Lüchfeld. Etwa 15 min von Neuruppin entfernt nahe der Autobahn 24, die Hamburg mit Berlin verbindet, mieten wir ein Wohnhaus mit großem Probe- und Kreativraum für mich und meine Frau. In Anlehnung an die Historie des Ortes haben wir es Klubhaus Lüchfeld genannt und bieten hier nun neben Improtheater und Theaterkursen, auch Fotoshootings an. Außerdem habe ich hier mein Studluechfeldio eingerichtet. In dem 117 Quadratmeter Raum ist auch viel Platz für all diese Ideen. Und die ländliche Ruhe und Natur sind das, was wir seit fünf Jahren schon im Auge hatten. Was will ich nun also in der Brandenburgischen Provinz? Das wurde ich oft gefragt in Berlin. Ganz einfach: Leben. Und arbeiten. Hier kann ich verschiedenste Workshops anbiet11en und meiner Kompositionsarbeit nachgehen. Und das alles im Grünen. Berlin ist nur 45 Minuten entfernt und die Fahrt nervt mich nicht. Ich arbeite ja auch in der Freizeit anderer Menschen und stehe daher nur selten im Stau. Ende Mai war der Umzug und es ist vieles passiert seitdem. Am besten Ihr schaut einfach mal auf unsere Website klubhaus-luechfeld.de oder kommt mich einfach besuchen. Die Presse war auch schon da. Mittlerweile gibt es schon drei Artikel. Einen gibt es direkt hier. Die anderen und alles weitere erfahrt Ihr natürlich hautnah auf unserer Facebookseite.

Falls Ihr selbst Impromusiker seid oder welche kennt, habt Ihr am 7. und 8. November direkt die Möglichkeit Lüchfeld selbst kennenzulernen. Ich gebe einen Wochenend Workshop zum Thema “Improtheater musikalisch begleiten”. Wir werden uns mit den Themen Szenenbegleitung und Songs beschäftigen und dem fachlichen Austausch fröhnen. Infos und Anmeldungen gibt’s unter klubhaus-luechfeld.de.

Dieser kleine Artikel mal als Lebenszeichen und dass es dieses Blog noch gibt. Im nächsten soll es dann im Detail darum gehen, welche künstlerischen Chancen ich hier in der Ostprignitz und dem Ruppiner Land sehe und wie ich es angehen möchte. Bis dahin bleibt im Hear and Now!

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Hear and Now Podcast 011: Leitmotiv und Emanzipation

Vater des Leitmotivs: Richard Wagner - Quelle: wikimedia.org

Vater des Leitmotivs: Richard Wagner – Quelle: wikimedia.org

Vom 10. bis 12. April fand in Potsdam das erste Impro Musiker Camp statt. 12 Teilnehmer aus den verschiedensten Regionen und mit den verschiedensten Instrumenten fanden sich in der Landeshauptstadt ein, um sich auszutauschen und mit einander zu spielen.

Ein Thema beim Camp war unter anderem das Leitmotiv in der Szene bzw. längeren Form. Ich spiele schon länger Leitmotive in Langformen und habe gestern in der Show wieder etwas ausprobiert, das ich euch nicht vorenthalten möchte.

Links:

Wikipedia zum Thema “Leitmotiv”
Impro Musiker Camp bei Facebook
Improtheatermusiker Deutschland bei Facebook

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Wir gründen eine Gewerkschaft!

v.l.: Johannes Mauer (Jülich), Nele Müller (Prignitz), Malte Hollmann (Hannover), Jakob Reinhardt (Münster), Stephan Ziron (Berlin), Dirk Geier (Berlin), Joe Weis (Mannheim), Gerhard Köhler (Schwerin), Marcus Fischer (Münster), Martin Friedenstab (Hamburg)

v.l.: Johannes Mauer (Jülich), Nele Müller (Prignitz), Malte Hollmann (Hannover), Jakob Reinhardt (Münster), Stephan Ziron (Berlin), Dirk Geier (Berlin), Joe Weis (Mannheim), Gerhard Köhler (Schwerin), Marcus Fischer (Münster), Martin Friedenstab (Hamburg)

Vom 10. bis 12. April 2015 fand in Potsdam das erste Impro Musiker Camp statt. Mit insgesamt 13 Teilnehmern aus Münster, Hamburg, Berlin, Hannover, Wittenberge, Schwerin, Mannheim und Jülich war es ein voller Erfolg.

Foto: Sé Strobach

Foto: Sé Strobach

Am frühen Freitagabend traf die Mehrheit der Musiker im KuZe Potsdam ein. Begonnen haben wir mit der von Thomas Jäkel moderierten Show “Impropedia”, die sich ganz der improvisierten Musik gewidmet hat. Thomas interviewte mich zum Thema und der Arbeit als Impromusiker. Aktiv mit dabei waren einige Teilnehmer an den Instrumenten auf der Bühne, die zwischen den Interviewparts improvisierten und demonstrierten, was besprochen wurde. Interessant war die Dikussion besonders zum Ende hin. Das Interview bewegte sich in die Richtung, dass ja auf festen Harmoniemodellen improvisiert werden könnte. Es entwickelte sich eine Demonstration von tradierten Harmoniefolgen. Jedoch wurde zurecht darauf hingewiesen, dass dies wenig mit der eigentlichen Arbeit eines Impromusikers zu tun hat. Gott sei dank kam dieser Einwand. Ein guter Einstieg in unser Camp.

Am zweiten Tag starteten wir mit einem ausgedehnten Frühstück und besprachen Inhalte und Form des Austauschs. Themen waren unter anderem

  • Leitmotive in Szenen
  • Tonfeldtheorie
  • Wann schweigt die Musik in Szenen?
  • Übungen und Umgang mit Improsängern im Training und Aufführung
  • Musikgenres besprechen und ausprobieren
  • Film vs. Theater – in welcher Tradition steht das Improtheater
  • Musical als Genre und als Form
  • Musikalische Signale in Songs
  • Impro Band mit allen Teilnehmern

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In vielen Gesprächsrunden wurden die Themen bearbeitet. Schnell merkte man, es besteht großer Redebedarf. Das begann beim Eintreffen der Musiker und endete bei der Verabschiedung am Sonntag. Nichts desto trotz haben wir in praktischen Workshopsessions Übungen zum Improsingen ausgetauscht und ausprobiert, selbst Songs gesungen und Formen ausprobiert und auch an konkreten szenischen Beispielen diskutiert, welche Arten der Begleitung praktiziert werden. Wichtiger Teil der Diskussionen waren die unterschiedlichen Haltungen, die man im Begleiten von Improtheater haben und umsetzen kann. Dies reicht von Minimalismus bis zum Hollywood Scoring.

Am Samstag abend haben wir dann zu zehnt ein improvisiertes Konzert auf der KuZe Bühne gespielt. Die Besetzung bestand aus zwei Gitarren, Percussion, Saxophon, iPad, Sampler, Piano, Keyboard, Becken und Akkordeon. Eine spannende Mischung, die erst in großer Besetzung begann und nach einer Pause Zugaben in kleineren Gruppen gab. Hier zeigten sich die Improtugenden im besten Sinne, die auch Improspieler trainieren und Musikern beim spielen letztlich genauso helfen und begegnen. “Mut zur Lücke” hieß es im Vorhinein, gerade weil wir so viele Musiker auf der Bühne waren. Impulse aufnehmen und Zug um Zug spielen waren genauso wichtig, wie das Wachsen und Schrumpfen. Mit dieser Achtsamkeit den Bühnenpartnern gegenüber entwickelten sich spannende musikalische Felder, die nicht überladen wurden.

Einer meiner Höhepunkte war eine Klatsch-Triole, die sich aus einem Klatscher entwickelte. Nach und nach stiegen ein weiterer Kollege und ich mit ein und es entstand eine Triole, die auf der Bühne quasi verteilt war. Ein magischer Moment der Impro, weil wir die Idee dahinter in unseren Augen sahen. Das kann eben nur Impro. Einen großen Spaß hatte ich auch im Konzert eine ganze Weile nur auf dem Becken zu spielen, dass hinter mir hing. Herrlich! Vielleicht der jazzigste Teil des Konzerts. Neben der Musik ergänzte der Videokünstler Sé Strobach mit seinen Projektionen das Konzert. Aus den Aufnahmen zogen sich unter anderem die Sänger an diesem Abend ihre Inspiration.

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Am Sonntag frühstückten wir noch einmal gemeinsam, sprachen über das unliebsame Thema Geld und beschlossen, dass das Camp eine prima Sache war. Im nächsten Jahr soll es um Ostern herum wieder stattfinden. Angebote kamen aus Münster, Hannover und Mannheim.

Ach und wo wir schon so nett in Musikerrunde saßen, kamen wir auf die Idee eine Gewerkschaft zu gründen und erstmal in den Tarifstreik zu gehen. Wie man das eben so macht bei so einem ersten Treffen. Vorschläge für Namen der Berufsvereinigung gingen von Improminaten über  Potsdamer Kreis, Selbsthilfegruppe Dudelsklaven oder Impromusiker mucken auf (I.M.M.A.) bis zu “Gleichstellungsbeauftragte für das deutsche Spontanwesen – Abteilung ÜBERBLICK UND TÖNE” (die meisten Ideen hatte hier der Kollege Fischer aus Münster :D). Vielleicht werden wir nicht gleich eine Gewerkschaft gründen, aber in jedem Fall den Austausch unter einander in jedem Fall weiter fördern. Für uns alle war es eine wichtige Erfahrung und entwickelt uns alle weiter. Auf ein neues im Jahr 2016.

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Record Release “Out of the movies”

FB-TitelbildAm 16. Mai feiere ich den offiziellen Record Release meines ersten Albums “Out of the movies”. Neben den bereits veröffentlichten Singles, wird es weitere Komposition zwischen Filmmusik und elektronischer Musik auf der Platte geben. Insgesamt sind 12 Titel und ca. 60 Minuten Spiellänge zusammen gekommen. Frank Böster vom BehindTheCouchStudio Berlin produzierte, mischte und masterte “Out of the movies”. Gemeinsam haben wir ca. 1 Jahr daran gearbeitet. Im kleinen Trailer erzählt Frank über das Album und unsere Zusammenarbeit.

Das Release Konzert mit anschließender Party findet am 16.05.2015 ab 20 Uhr in der Brotfabrik Berlin statt. Der Eintritt ist frei. Ich werde einige Stücke vom Album live spielen und die Geschichte hinter den Titeln erzählen.

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